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Wie wird die Hüftendoprothese befestigt?

Zementiert oder zementfrei?

Ein künstliches Hüftgelenk kann auf unterschiedliche Arten im Knochen befestigt werden. Grundsätzlich unterscheidet man eine zementierte von einer zementfreien Fixierung:
  • Ist die Knochenstruktur nicht mehr so stabil, wird der Hüftgelenkersatz mit Hilfe von Knochenzement befestigt. Sofort nach der Operation besteht dadurch eine feste Verbindung zwischen der Hüftendoprothese und dem Knochen.
  • Bei guter Knochenqualität kann eine zementfreie Verankerung des künstlichen Hüftgelenkes angewandt werden. Dabei wächst der Knochen langsam in die Hüftendoprothese ein und bildet erst nach einiger Zeit eine feste Verbindung.
Die richtige Wahl ist somit nicht nur vom Alter des Patienten, sondern auch von der Beschaffenheit des Knochens abhängig. Daher trifft der Operateur diese Entscheidung in Absprache mit dem Patienten im Rahmen des Aufklärungsgespräches.

Zementierte Hüftendoprothese

Bei dieser Methode werden die künstliche Hüftpfanne und der Prothesenschaft durch den so genannten Knochenzement mit dem Knochen verklebt.
Frage: Was ist eigentlich Knochenzement?
Knochenzement ist kein Zement im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Verankerungsmaterial aus zwei Komponenten. Er wird erst unmittelbar vor dem Einsetzen des künstlichen Gelenkes aus Flüssigkeit und Pulver angerührt und härtet dann innerhalb weniger Minuten vollständig aus. Damit verklebt der Knochenzement die Prothesenteile fest mit dem Knochen. Häufig beinhaltet der Knochenzement ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen. Knochenzement wird bereits seit über 50 Jahren erfolgreich bei der Verankerung von künstlichen Gelenken angewendet
Insbesondere für ältere Patienten ist in vielen Fällen die Anwendung von Knochenzement beim Einsetzen der Hüftendoprothese ratsam. Das langsame Einwachsen des künstlichen Hüftgelenkes entfällt und der Patient darf kurz nach der Operation das Bein wieder belasten.
Zudem konnte in großen Studien gezeigt werden, dass zementierte Hüftendoprothesen besonders lange haltbar sind. So kann eine sonst eventuell nötig werdende Wechseloperation vermieden oder zumindest lange hinausgezögert werden.

Zementfreie Hüftendoprothese

Im Gegensatz zur zementierten Fixierung werden hierbei die Prothesenteile im Knochen festgeklemmt, teilweise auch verschraubt. Dafür muss der Operateur die künstliche Hüftpfanne und den Prothesenschaft exakt in den Knochen einpassen. Dadurch gelangen die Metalloberflächen der Prothesenteile in direkten Kontakt mit dem Knochen. Dieser wächst nach und nach in die Prothese ein und sorgt somit für eine feste Verankerung des künstlichen Hüftgelenkes.

Hybridprothese

Bei der Hybridprothese wird eine zementierte mit einer zementfreien Fixierung kombiniert: Dabei wird die Hüftpfanne zementfrei eingesetzt und der Prothesenschaft zementiert.